U.S.AFRICOM –Kolonisierung Afrikas 2.0?

Bildquelle: http://www.af.mil/shared/media/photodb/photos/080918-F-2616H-106.jpg

Fortsetzung der Serie von Thinktankjunk über die sechs Unified Combatant Commands, die zudem auch regional definiert sind. Im ersten Beitrag US-CENTCOM als Tipping Point amerikanischer Kriegsexpansion ging es um den US Central Command und deren bedeutsamen geopolitischen Ziele.

Unter falscher Flagge im Kampf gegen Terrorismus wurde die Einführung eines Regionalkommandos für den ganzen afrikanischen Kontinent, das U.S. African Command, am 06. Februar 2007 vom damaligen Präsident George W. Bush bekanntgegeben.

Die damalige Pressemeldung vom weißen Haus lautete wie folgt: „This new command will strengthen our security cooperation with Africa and create new opportunities to bolster the capabilities of our partners in Africa. Africa Command will enhance our efforts to bring peace and security to the people of Africa and promote our common goals of development, health, education, democracy, and economic growth in Africa. [1].” Bei diesen Zeilen würde man nie im Leben auf die absurde Idee kommen, dass Frieden, Sicherheit und Demokratie für die afrikanische Bevölkerung mit Tötung von unschuldigen Zivilisten erreicht werden könnte. Ebenso würde man nicht darauf kommen, dass AFRICOM ein militärisches Akronym, das dem DoD (Verteidigungsministerium) unterstellt ist, darstellt. Vielmehr könnte der Glaube erweckt werden, dass diese Worte, health, education und „create new opportunities“, von einer Marionette bzw. einem Menschenrechtler aus der HRW Wohltäterorganisation stammen könnten. Wobei nicht mal dann, wie die Geschichte uns leider schon zu oft gezeigt hat, würden diese so schön klingenden Worte der Realität entsprechen.

AFRICOM Mission Statement

“Africa Command protects and defends the national security interests of the United States by strengthening the defense capabilities of African states and regional organizations and, when directed, conducts military operations, in order to deter and defeat transnational threats and to provide a security environment conducive to good governance and development [2].” Dieser Zuständigkeitsbereich des Militärs richtet sich nach dem Schutz und der Verteidigung von nationalen Sicherheitsinteressen der USA. Darüber hinaus ist ebenso manifestiert, dass militärische Operationen zur Beantwortung von transnationalen Bedrohungen angewendet werden können. Das klingt schon etwas mehr nach Militär, als das von Bush ursprünglich angesprochen worden ist. „Manchmal äußern sich die Militärs jedoch offener über ihre eigentlichen Absichten: Auf einer Konferenz im Jahr 2008 erklärte Vizeadmiral Robert Moeller, AFRICOM solle “den freien Fluss von Bodenschätzen aus Afrika auf den Weltmarkt sichern“, und zwei Jahre später schrieb er in einem Artikel in der Zeitschrift Foreign Policy: “Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, AFRICOM hat die Aufgabe, amerikanische Leben zu schützen und amerikanische Interessen zu fördern.” Mit militärischen Mitteln versuchen westliche Staaten den Einfluss zurückzugewinnen, den sie einmal durch ihre finanzielle Dominanz hatten [3].“ Amerikanische Interessen, Boden Ressourcen wie Öl, internationaler Waffenhandel und der Wettbewerb mit China, sind allem Anschein nach die wahren Indikatoren für die aggressiven Interventionen auf afrikanischem Boden. Teilweise wurden offene Kriege mittels NATO geführt und in mancher Hinsicht wurden bestehende Regierungen unter falscher Flagge gestürzt. Genau diese Kriege, die es nicht mehr erfordert, dass US Soldaten selber agieren, sondern kämpfen und sterben müssen selbst ausgebildete afrikanische Subarmeen, die den Amis dienen. Das sind die Ziele und Absichten von AFRICOM.

Lybien war ein Pilotprojekt für das African Command

Gaddafi wurde liquidiert und  tausende seiner Landsleute gleich mit. Koordiniert wurde dieser Krieg direkt  von Stuttgart aus, Ramstein Militärbasis, die noch immer das Hauptquartier vom African Comand darstellt. Langfristig wollen die Amerikaner die Zentrale auf afrikanischen Boden verlegen, der Ort ist aber bis dato noch offen. Merkel und Westerwelle rühmten sich damals mit der überraschenden Absage deutscher Truppen, doch beim genaueren Betrachten war das eine reine Farce. Wie kann man als souveräner Staat, der Deutschland lange nicht mehr ist, gegen einen Krieg sein, und es gleichzeitig den Amis erlauben, ihre Zentrale von AFRICOM in Deutschland aufzuziehen. Dieser Widerspruch war absolut peinlich und offensichtlich. Übrigens starben während des ganzen Lybien Krieges weder ein einziger US Soldat noch ein europäischer Soldat [4].

Rekrutierung afrikanischer Truppen

Die Absichten von AFRICOM bestehen darin, wie es in Lybien bereits mit Hilfe von diversen Geheimdiensten bereits geklappt hat, den Kontinent zu spalten und jegliche Vereinigung Afrikas zu vermeiden, ohne dabei den direkten Einsatz von US Soldaten zu verzeichnen. Damit man über gezielte Knotenpunkte den Zugang zu Subtruppen gewährleistet und auf diese Art und Weise die Kontrolle hinsichtlich Ressourcen und Waffenhandel über den ganzen Kontinent erreicht. Gaddafi war ein Befürworter für ein vereinigtes Afrika, der zudem auch andere afrikanische Staaten mit 150 Milliarden USD unterstützte. Das könnte auch ein Grund für eine Zerstörung seines Landes gewesen sein [4]. Seit bzw. noch während der Bluttat von Tripoli hat Obama bereits weitere 100 Truppen nach Zentralafrika geschickt, unter dem Decknamen „Joseph Kony“ [5]. Freeman von ASR meinte damals: „”Tja Uganda, jetzt kommt die ‘amerikanische Demokratisierung’ auf euch zu, ob ihr wollt oder nicht. Irgendwas werden sie schon erfinden und euch anhängen, um dort intervenieren zu können. Menschenrechte oder Terrorismus ist eine beliebte Ausrede, um auf die Liste der ‘Achse des Bösen’ zu kommen, um ein Land überfallen und ausbeuten zu können, wenn ihr die anglo-amerikanischen Ölkonzerne nicht freiwillg reinlasst.[6].“ Im wunderschönen Garmisch Partenkirchen wurde am 28. – 30. März 2012 beschlossen, dass noch in diesem Jahr mindestens 14 militärische Übungen zwischen amerikanischen Truppen und afrikanischen Truppen stattfinden sollen. Darüber hinaus werden die US Amerikaner von folgenden Partnernationen unterstützt, die im März 2012 mit dabei waren: Australia, Belgium, Benin, Cameroon, Canada, Djibouti, Finland, France, Gabon, The Gambia, Ghana, Italy, Kenya, Mauritania, Mauritius, Morocco, Mozambique, Nigeria, Republic of Congo, Sao Tome Principe, Senegal, Seychelles, Sierra Leone, Spain, Tanzania, Togo, Tunisia, Uganda and United States of America [7]. Deutschland steht zwar kurioserweise nicht auf der Liste, doch offensichtlich hat man es sich nicht nehmen lassen, als Gastgeberland für  diesen humanitären Kongress deutsches Staatsgebiet zur Verfügung zu stellen. In amerikanischer Militärsprache klingt das so: „We listen carefully to their concerns through hundreds of interactive activities, such as conferences, exercises, training, and familiarization programs. Die Absichten zur Rekrutierung einer afrikanischen Marionettentruppe ist detailiert definiert: Building the capacity of partner conventional forces, Supporting capacity building of partner security forces,Building the capacity of partner enabling forces [2].

Die komplette Neugestaltung Afrikas durch AFRICOM ist nach meiner Ansicht nach definitiv ein Schritt zurück für Afrika. Die Medien werden diese Bewegung nicht als Kolonisierung bezeichnen, aber ich finde es triffst auf den Punkt. Zum Schluss noch ein paar Friedensgrüße aus Stuttgart, wo auch das Titelbild aufgenommen worden ist, weil das Mission Statement vom African Command in Stuttgart von General Commander, Carter F. Ham, verfasst wurde: „We choose to go far. We choose to go together [7].“

Video zu AFRICOM: CrossTalking with Ivan Eland, Peter Pham and James Mittleman on July 9

Einzelnachweise

  1. http://georgewbush-whitehouse.archives.gov/news/releases/2007/02/20070206-3.html
  2. http://www.africom.mil/AfricomFAQs.asp
  3. http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_12/LP11312_200612.pdf
  4. http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2012/jun/14/africom-imperial-agenda-marches-on!
  5. http://www.guardian.co.uk/world/2011/oct/14/obama-sends-troops-uganda
  6. http://alles-schallundrauch.blogspot.co.at/2012/03/ist-kony-der-neue-bin-laden-fur-afrika.html
  7. http://allafrica.com/stories/201204090676.html
  8. http://www.africom.mil/pdfFiles/2011%20Commander%27s%20Intent.pdf

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